Bezirksregierung
Arnsberg
Gruppenbild bei Bescheidübergabe mit Heinrich Böckelühr (4.v.l.) bei der Übergabe des Förderbescheids mit Bürgermeister Dirk Leistner (3.v.l.), Vorständin des Kulturforum Witten AöR Jasmin Vogel (4.v.r.) sowie weiteren Projektbeteiligten.
03.09.2026
Stadt Witten

Heinrich Böckelühr übergibt Förderbescheid

Der Saalbau Witten wird energetisch instandgesetzt: Das Kulturforum Witten erhält dafür 6,3 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Regierungspräsident Heinrich Böckelühr übergab den Zuwendungsbescheid am Mittwoch, 2. September 2026, im Saalbau offiziell an das Kulturforum Witten. Die Übergabe fand gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertreter der Stadt und dem am Projekt beteiligten Teams statt. 

Insgesamt investiert das Kulturforum rund acht Millionen Euro netto in die Kernmaßnahmen. Primärenergiebedarf und CO₂-Emissionen des mehr als 50 Jahre alten Gebäudes sollen damit deutlich sinken. Der Saalbau Witten ist eine baukulturelle Schönheit der 1970er-Jahre – mit seinen verspringenden geometrischen Formen, einem einladenden Foyer, mehreren Veranstaltungssälen und vor allem dem holzgetäfelten Theatersaal mit 792 Sitzplätzen. Rund 70.000 Menschen besuchen den Saalbau jährlich – für Theater und Konzerte, Workshops, Ausstellungen, Performances oder als Teil des eigenen Stadtensembles Ensemble_X. 

Der 1975 nach Plänen des Architekten Rolf Günther Neuhaus errichtete Saalbau ist bis heute einer der wichtigsten Kulturbauten der Region.

Dass der Saalbau mittlerweile mehr als 50 Jahre alt ist, macht sich insbesondere an den technischen Anlagen bemerkbar. Auch der Energieverbrauch ist hoch. Um diesen lebendigen Kultur- und Begegnungsort langfristig zu erhalten, sind umfassende Instandsetzungsmaßnahmen notwendig. Für die Sanierung hatte das Kulturforum Witten, zu dem der Saalbau gehört, 2025 Fördermittel aus dem EFRE-Programm „Energieeffiziente öffentliche Gebäude“ beantragt. Im Juli 2026 wurde der Antrag bewilligt. Der Verwaltungsvorstand der Stadt Witten entschied sich nach eingehender Prüfung der Umsetzbarkeit für die Realisierung des Projekts.

„Die Förderung gibt uns die Möglichkeit, eine der wichtigsten Kulturbauten der Region grundlegend für die Zukunft aufzustellen. Für uns bedeutet die Transformation öffentlicher Kulturinstitutionen auch, Verantwortung für ihre bauliche und ökologische Zukunft zu übernehmen. Mit dieser Investition erhalten wir den Saalbau nicht nur, sondern entwickeln ihn als zentralen Kultur- und Begegnungsort für Witten und die Region für die kommenden Jahrzehnte weiter“, sagt Jasmin Vogel, Vorständin des Kulturforum Witten AöR.

Auch für die Stadt Witten ist die Sanierung des Saalbaus von großer kulturpolitischer Bedeutung. „Der Saalbau ist seit mehr als 50 Jahren ein zentraler Ort des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in Witten. Mit der Förderung schaffen wir die Grundlage dafür, diesen wichtigen Teil unserer kulturellen Infrastruktur langfristig zu sichern und zugleich nachhaltig weiterzuentwickeln. Das ist eine Investition in die Zukunft unserer Stadt und in die kulturelle Teilhabe der Menschen, die hier leben“, sagt Dirk Leistner, Bürgermeister und Kulturdezernent der Stadt Witten.

Regierungspräsident Heinrich Böckelühr betont: „Kultur ist ein wichtiger Teil des sozialen Lebens. Dass Sie hier in Witten seit den 1970er Jahren einen so vielseitig nutzbaren Ort dafür haben, ist nicht selbstverständlich. Umso wichtiger ist es, einen solchen Ort zu erhalten, zu pflegen und zu sanieren, damit auch noch viele weitere Generationen von den Angeboten profitieren können. Räume wie dieser sind unverzichtbar für eine Gesellschaft und sollten als verbindendes Element nicht unterschätzt werden.“

Wie sich dieser Anspruch in der konkreten Arbeit des Saalbaus übersetzt, zeigt sich auch in dessen programmatischer Ausrichtung. „Für uns ist das ein wichtiger Schritt, um den Saalbaulangfristig als niedrigschwelligen, demokratischen Kultur- und Begegnungsort für die Menschen in Witten und Umgebung zu erhalten“, sagt Joscha Denzel, künstlerischer Leiter des Saalbau Witten, der die Antragstellung gemeinsam mit dem Team des Kulturforum Witten verantwortet hat. „Wir setzen im Saalbau-Programm immer wieder Schwerpunkte bei gesellschaftlichen Themen, etwa mit unserem Nachhaltigkeitstag. Da ist es besonders wichtig, nicht nur zu reden, sondern auch zu machen und selbst einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.“

Ziel ist es, den Primärenergiebedarf des Gebäudes um 50 Prozent und die CO₂-Emissionen um 40 Prozent zu senken.